27. Lange Nacht der Museen

27.08.2010 § Claudia Wagner

Veranstaltungen zum Bicentenario

Von 2009 bis 2011 feiern Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, El Salvador, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Uruguay und Venezuela ihre zweihundertjährige Unabhängigkeit von Spanien: das Bicentenario. Bei der »Langen Nacht der Museen« nutzen deshalb etliche Häuser die Gelegenheit, einen speziellen Blick auf diese Region zu werfen: mit Sonderausstellungen, thematischen Führungen, Vorträgen, Filmen, Musik und Tanz. Zentrum der Feierlichkeiten ist das Berliner Rathaus mit einer Ausstellung zur Museumslandschaft der beteiligten Länder, mit Musik und Tanzdarbietungen und den dazu passenden Speisen.

Tickets gibt’s zum Preis von 15/10 Euro in allen teilnehmenden Museen, in allen Theaterkassen, BVG-Shops und Fahrkarten-Automaten und natürlich am Lustgarten. Das Ticket gilt ab 15 Uhr als Fahrschein! Das komplette Programm gibt’s in Heftform zum Ticket dazu, online und als iPhone-App.

Anne Frank Zentrum (Route 1 – 6)

19 Uhr Vortrag: Die Arbeit des Anne Frank Hauses in Lateinamerika Jan Erik Dubbelman, Internationaler Leiter des Anne Frank Hauses Amsterdam, berichtet über seine Erfahrungen.
20.15 Uhr Lesung: Jüdische Gauchos
Ein argentinischer Klassiker in deutscher Erstübersetzung, von Alberto Gerchunoff, in Kooperation mit dem Hentrich & Hentrich Verlag. »Jüdische Gauchos« (1910) ist der Gründungstext der jüdisch-lateinamerikanischen Literatur. Zum Bicentenario und 100 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung führt er zu den Anfängen der jüdischen Kolonien Argentiniens und erzählt von einer Bewegung, die ihre jüdischen Wurzeln mit der historischen Lebensform als Bauern- und Hirtenkultur zurückgewinnen wollte.

Anti-Kriegs-Museum (Route 6)

Sonderausstellung: Bicentenario Die Ausstellung dokumentiert die politischen Verwerfungen und die Bemühungen um Demokratie und Menschenrechte in den lateinamerikanischen Ländern.

Berliner Rathaus (Route 2, 4, 5, 6)

Ausstellung: Bicentenario Acht lateinamerikanische Staaten stellen sich mit einer gemeinsamen Ausstellung vor. Die unterschiedlichen Exponate, ausgewählt von den jeweiligen Botschaften in Berlin, geben einen kleinen Einblick in die Museumslandschaft dieser Länder. Umrahmt wird die Ausstellung von Musik und Kulinarischem aus diesen Regionen.

Deutsches Blinden-Museum (Route 7)

Präsentation: Taktile Landkarten von Mittel- und Südamerika
20, 22, 24 Uhr Lesung
aus einem in Blindenschrift gedruckten Buch eines südamerikanischen Schriftstellers
19, 21, 23 Uhr Tanz: Tango Argentino Vorführung eines Sehbehinderten mit seiner Tanzpartnerin

Ethnologisches Museum Dahlem (Route 7)

Auf welche Kulturen und Herrschaftsstrukturen die Europäer in Lateinamerika trafen und welche Rolle diese auf dem Weg zur Unabhängigkeit spielten, sind Themen der Veranstaltungen.
18–22 Uhr Mitmach-Aktion: Spiele aus Lateinamerika
Kennenlernen, Ausprobieren, Mitspielen: für Spielwütige aller Altersgruppen
19.30, 21.30 Uhr Führungen: Göttliche Zwillinge und Maisgötter
Popol Vuh, der Schöpfungsmythos der K’iche’-Maya, als kolonialzeitliches Dokument überliefert, erzählt u.a., wie die Menschen aus Mais erschaffen wurden.
20, 22 Uhr Märchen und Musik: Popol Vuh – Mythen der Maya
mit Märchenerzählerin Maria Schild, begleitet von Maja Joel Duerr, Flöte
20.30, 23 Uhr Führungen: Ideologie und Expansion der Inka Welche Prinzipien sicherten und kontrollierten die Beziehungen im Reich der Inka, auf das die Spanier im 16. Jahrhundert trafen?

Hanf Museum (Route 2, 3, 4)

Ausstellung und Lesung: Hanf in Südamerika Schautafeln, bewegte Bilder, Originaltöne und Referenten zeichnen den Weg der Hanfpflanze nach Lateinamerika und ihre dortige Nutzungsgeschichte nach: In der Kolonialzeit als »Schiffsausrüster« ein reiner Wirtschaftsfaktor, diente Hanf daneben als billiges Genussmittel für arme Leute. Im 20. Jahrhundert wurde das »Sklavenkraut« kriminalisiert und mutierte zum »Mörderkraut«. Seit einigen Jahren eskaliert der Drogenkrieg in Südamerika und fordert nicht nur in Mexiko jedes Jahr tausende von Menschenleben. Steffen Geyer, Autor des Buches »Rauschzeichen – Cannabis: Alles, was man wissen muss«, steht für Fragen zur Verfügung.
Musik: Narcocorrido
Im Norden Mexikos erhielt die traditionelle Revolutionsballade neue Inhalte. Die Lieder können sowohl den Lebensstil eines Drogenschmugglers oder die Taten bekannter Verbrecher verherrlichen als auch sich kritisch mit dem Problem des Drogenhandels auseinandersetzen. Hemp Society DJ’s liefern feinen Stoff für die Ohren.

Ibero-Amerikanisches Institut (Route 1, 7)

18 Uhr Simón-Bolívar-Saal Film: Von Feuerland nach Tijuana Reise-Dokumentation über das Leben in Bolivien, Ecuador, Paraguay und Peru
19 Uhr Führung: Bibliothek im Wandel
Treffpunkt: Foyer
19 Uhr Lesesaal Ausstellungseröffnung: Santos Chávez – poetischer Realismus. Grafiken aus Chile
Holzschnitte, Kupferstiche und andere Werke des süd-chilenischen Künstlers indigener Mapuche-Herkunft, der als Exilant fast zwei Jahrzehnte in Ost- und West-Berlin lebte.
20 Uhr Simón-Bolívar-Saal Lesung und Diskussion: Antonio José Ponte: Besuch im Geheimdienst-Museum Der Dichter, Erzähler und Essayist ist einer der intellektuellen Köpfe der kubanischen Dissidenten. Seine Werke liefern ein Kaleidoskop der kulturellen und politischen Verhältnisse in Kuba.
21, 22.30 Uhr Otto-Braun-Saal Konzert: 6 Australes Tangofusion aus Buenos Aires: Die »6 Australes«, die sich nach der alten argentinischen Währung benannt haben, verbinden moderne und folkloristische Elemente argentinischer Musik.
21.45 Uhr Foyer Otto-Braun-Saal Tanz-Performance und Workshop: Salsa, Reggaeton und Co. zum Anschauen und Mittanzen
22 Uhr Parkplatz oder Simón-Bolívar-Saal Open-Air-Film: El abrazo partido
(Die verschwundene Umarmung, Regie: Daniel Burman, Argentinien, 2004, OmU) Ein Mann aus Buenos Aires begegnet seinem verschollen geglaubten Vater.
23.15 Uhr Foyer Otto-Braun-Saal Karaoke: Bésame mucho!
Klassiker und Hits der lateinamerikanischen Musik warten auf neue Interpreten.
0.15 Uhr Simón-Bolívar-Saal Film: El violín (Die Violine, Regie: Francisco Vargas, Mexiko, 2006, 100 Minuten, OmU)
Film: Musik und Munition: Der meistprämierte Film Mexikos (u.a. Darsteller-Preis in Cannes für Ángel Tavira) erzählt die bewegende Geschichte eines einhändigen Geigenspielers, der sich dem Militär widersetzt.

Jüdisches Museum (Route 2)

Sonderausstellung: Jüdisches Leben in Argentinien
18–2 Uhr Bildungsraum Filme zur Sonderausstellung: Von Feuerland nach Tijuana
(Dokumentation, Deutsche Welle-TV, Dauer: 8 Teile je 26 Minuten)
Tango, una historia con judíos – Tango, a story with jews
(Dokumentation, Regie: Gabriel Pomeraniec, ARG 2009, 62 Minuten, OmU)
ab 20 Uhr Glashof Musik und Tanz: Glashof-Lounge Ibero-amerikanische Rhythmen, aufgelegt von DJ Bongo (La Regla, Berlin) und die Möglichkeit, Tänze wie Rumba, Salsa oder Merengue zu erlernen. Dazu: tropische Cocktails.

Martin-Gropius-Bau (Route 2)

Ausstellung: Teotihuacan – Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt Als die Azteken im 14. Jahrhundert die verlassene Ruinenstadt entdeckten, gaben sie ihr den Namen Teotihuacan – »der Ort, an dem die Menschen zu Göttern werden«. Nach der aztekischen Schöpfungsmythologie wurde hier die Welt erschaffen. Die Ausstellung zeigt farbenprächtige Wandmalereien, kostbare Tongefäße, aufregende Steinskulpturen, aus Obsidian geschnittene Figuren und Schmuck aus Jade und Muscheln. Zahlreiche Ausstellungsstücke kamen erst bei jüngsten Ausgrabungen ans Licht.
20, 21, 23 Uhr Musik: Reise durch die musikalische Welt Mexikos
Musik der Liebe, Sehnsucht, Freude und Leidenschaft: Die Gruppe Mariachi Internacional EL DORADO bringt mexikanische Tradition nach Europa und spielt die romantischen Boleros, Rancheras, Corridos, Sones und Jarabes. Der Gesang wird begleitet von Geigen und den typischen Klängen des Gitarrón und der Vihuela.

Museum of contemporary Trash Art (Route 6)

Ausstellung: TrashArt de luxe #2010 Künstler aus Venezuela, Mexiko, Uruguay, Paraguay und Peru präsentieren gemeinsam mit Kreativen aus Berlin, München und USA Arbeiten zum Thema Bicentenario: Installation, Malerei, Zeichnung, Objekt- und Konzeptkunst aus wertlosem Abfall.
Out-Door-Architektur von Aktivisten der »art favela«
20.30 Uhr Performance: aka anarquista aguila
Oper in 3 Akten von ADLER A.F
21 Uhr Vortrag von Mercedes Gustavo: Kaffee: fair gehandelt?
Präsentationen: NobelTrash-Exponate
aus Deutschlands größter Sammlung von Original-Kaffeesäcken, präsentiert von Neno Artmann

Museum für Kommunikation (Route 2)

20–21 Uhr Workshop: Joga Bonito. Brasilianische Fußballtricks
21.45–22.30 Uhr Performance mit Art13: Tango Argentino
23, 24 Uhr Samba-Workshop mit Amasonia: Carnaval Brasil
19.15, 21.15 Uhr Sonderführungen: Auf dem Weg nach Südamerika
ab 18 Uhr Musik: Regenwald-Lounge: Füße hoch, Augen zu …
ab 19 Uhr Musik: Latin Moves: DJ-Set von Musalsky
ab 19 Uhr Kulinarisches: Cocktails, Bier und Spezialitäten aus Südamerika

The Kennedys Museum (Route 3)

20 Uhr Führung: Kennedys Außenpolitik in Lateinamerika Rückblick und historische Analyse der Lateinamerika-Politik unter John F. Kennedy: Die Kubakrise 1962 war Höhepunkt des Kalten Krieges.

Zeughaus (Route 1 – 6)

18.30 – 22.30 Uhr, stündlich Themenführung: Europa und Südamerika von der Conquista bis zur Unabhängigkeit
20.30, 21.30 Uhr Themenführung: Der Klang der Geschichte
Musikhistorische Führung mit Klangbeispielen durch die ständige Ausstellung
19 Uhr Film: Tango Tangles
(USA 1914, Regie: Mack Sennett, engl. ZT)
Film: Die Tangokönigin
(Deutschland 1913, Regie: Max Mack, Begleitung am Bandoneon: Michael Dolak; Einführung: Anna Bohn)
21 Uhr Film: Sur – Süden
(Argentinien/Frankreich 1988, Regie: Fernando E. Solanas, Musik: Astor Piazolla, OmU)

{ fin }

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