Ask a Curator

03.09.2010 § Claudia Wagner

PR vs. Persönlichkeit in 140 Zeichen

Bei dem weltweiten Twitter-Event »Ask a Curator« am 1. September 2010 konnten Twitter-User die Kuratoren aller teilnehmenden Museen befragen. Von persönlichen Fragen nach dem Lieblingsexponat, über Sparmaßnahmen bis hin zu Diskussionen über ökologisches Ausstellen waren alle Themen vertreten. Die Antworten variierten zwischen persönlichen Meinungen, PR-Phrasen, blanken Ausreden und handfesten Informationen.

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Unter dem Hashtag #askacurator konnte man das Twitter-Event live verfolgen.

Die meisten der teilnehmenden Museen sind in Amerika und Europa, aber auch Museen wie die Johannesburg Art Gallery in Südafrika, das Museo Arocena in Mexiko und 9 Museen aus Neuseeland standen Rede und Antwort. Insgesamt waren 16 deutsche Museen dabei, darunter das DDR Museum in Berlin, das Museum für Kommunikation in Frankfurt, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das NRW-Forum in Düsseldorf, das Städel Museum in Frankfurt, das Müritzeum in Waren und das Mercedes Benz Museum in Stuttgart.

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einige der 16 Museen aus Deutschland © www.askacurator.com

Als ich am Mittwochmorgen um 9 Uhr mal vorsichtig bei Twitter reinschnuppern wollte, regte sich noch nicht allzu viel – jedenfalls bei den deutschen Museen. Erst gegen Mittag posteten einige von ihnen die Statusmitteilung »Es kann losgehen, unser Kurator ist jetzt bereit für #askacurator«. Da war meine Entscheidung zu der Frage »Mit welchem von all den Museen will ich kommunizieren?« schon längst gefallen…

Das Museum für Kommunikation in Frankfurt war der frühe Vogel und hat zudem mitgedacht: Es ist ja schon schwer genug eine Frage in die bei Twitter maximal mögliche Zahl von 140 Zeichen zu quetschen, aber eine fundierte Antwort? Dabei ist die Lösung recht simpel: auf seiner Facebook-Seite hat das MfK Frankfurt einfach eine öffentlich sichtbare Unterseite für »Ask a Curator« erstellt. So konnte jeder die Kommunikation mitverfolgen. Das Besondere ist zudem, das man hier jeweils Frage und Antwort lesen kann, wohingegen man auf den Twitter-Seiten ja immer nur die Antworten der Museen sieht. Vor Allem aber können so auch interessierte Leser ohne Twitter-Account und Social-Media-Erfahrung etwas über’s MfK Frankfurt erfahren und das sogar außerhalb der »Echtzeit«. Tine Nowak, die tapfer alle Fragen für das MfK Frankfurt beantwortete, begeisterte mich schnell mit ihrer ehrlichen Art und ihrer normalen (also nicht PR-) Sprache. Was auch immer die verschiedenen Leute so fragten, sie versuchte für alle eine Antwort zu finden, fragte bei Unklarheiten nach und erkundigte sich, ob die Antwort zufrieden stellend war. Mit soviel Engagement hatte ich gar nicht gerechnet und so wurde »Ask a Curator« aufregender als gedacht und hat richtig Spaß gemacht.

»Ask a Curator« ist übrigens das Nachfolgeevent von »Follow a Museum« am 1. Februar 2010 und ich bin sehr gespannt was als nächstes kommt… Wer sich an der Evaluation der Organisatoren beteiligen möchte, kann einen Fragebogen für Museen oder einen Fragebogen für Fragesteller ausfüllen und per Email zurück schicken.

Presse

Hier das gesammelte Feedback des Ask a Curator Teams:

Evaluation der Museen und Institutionen
Evaluation der Fragenden

Hier einige interessante Artikel über das Event aus internationalen Medien:

Artinfo: Social Media ist gar nicht so einfach
Sammlungsdinge: Twitteraktion Ask a Curator
Museummarketing: Ask a Curator
Visitatio: Die wundersame Vermehrung der Follower des NRW-Forums
Conference Archimuse: Notes for evaluating a good idea
L.A. Times: L.A.s MOCA and other museums participate in ‘Ask a Curator’
Columbus Underground: Museums Look to the Future; Find Spam, Viagra
Wired Magazin: ‘Ask a Curator’ becomes hot trend
Culture WNYC: Here’s what we learned

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