Aber bitte ohne Blitz!
Ausstellungen zu fotografieren ist eine äußerst knifflige Sache. Egal ob man eigene Ausstellungen ins rechte Licht rücken möchte oder andere Ausstellungen z.B. zur Illustration von Rezensionen einfangen – die besondere Stimmung eines inszenierten Raumes mit beleuchteten Vitrinen auf ein zweidimensionales Blatt zu bannen ist nicht unmöglich, aber undankbar.
Für eigene Ausstellungen engagiert man bestenfalls einen Fotografen – man hat hart an der Wirkung des Raumes gearbeitet, Lichtakzente gesetzt, Blickachsen modelliert… Vielleicht möchte man zeigen, wie Besucher ein technisches Element bedienen oder einfach nur staunen… Das Optimum – das ist es, was die Weltöffentlichkeit von der eigenen Ausstellung sehen soll! Aus diesem Grund bieten die meisten Museen eine Hand voll perfekter Pressefotos zu einer Ausstellung an und es wäre ihnen wohl am liebsten, wenn jeder Zeitungsartikel ausschließlich mit diesen Fotos bebildert wäre. Das kann ich sehr gut verstehen. Wer will schon, dass unscharfe Fotos mit abgeschnittenen Exponaten oder verwackelte Handyvideos von der eigenen Arbeit in Zeitungen und im Internet kursieren? Aber als interessierter Leser, wünsche ich mir doch mehr Individualität. Wenn mich die Sichtweise des Museums interessiert, dann lese ich die Pressemitteilung, wenn ich eine Rezension lese, dann will ich eine persönliche Meinung lesen und auf den Bildern sehen, wie diese Person die Ausstellung gesehen hat – auch wenn die Fotos nicht perfekt sind.
In der Ausstellung »Wiederkehr der Landschaft« habe ich z.B. den fehlenden Ö-Punkt im Wort Schönheit im Einleitungstext entdeckt, was die Ausstellung thematisch sprichwörtlich auf den Punkt bringt. Als Pressefoto undenkbar…
Mir ist aufgefallen, dass die angebotenen Pressefotos meist die ausgestellten Exponate oder Kunstwerke zeigen, selten gibt es Pressefotos von Raumansichten oder der Ausstellungsgrafik. Da es in meinem Blog aber um die Ausstellungsgestaltung geht, kann ich mit solchen Pressefotos eher nichts anfangen. Dass berühmte Exponate in einer Ausstellung zum ersten Mal zu sehen sind mag interessant sein, sagt aber nichts darüber aus, ob die Ausstellung auch gut gemacht ist.
Natürlich kann man in den Museen nach vorheriger Anmeldung und mit einer Genehmigung auch selbst Fotos für die Berichterstattung machen, aber am liebsten gehe ich in Ausstellungen, wo jeder einfach so ungestört vor sich hin knipsen kann – natürlich ohne Blitz!
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Für eigene Ausstellungen engagiert man bestenfalls einen Fotografen – man hat hart an der Wirkung des Raumes gearbeitet, Lichtakzente gesetzt, Blickachsen modelliert… Vielleicht möchte man zeigen, wie Besucher ein technisches Element bedienen oder einfach nur staunen… Das Optimum – das ist es, was die Weltöffentlichkeit von der eigenen Ausstellung sehen soll! Aus diesem Grund bieten die meisten Museen eine Hand voll perfekter Pressefotos zu einer Ausstellung an und es wäre ihnen wohl am liebsten, wenn jeder Zeitungsartikel ausschließlich mit diesen Fotos bebildert wäre. Das kann ich sehr gut verstehen. Wer will schon, dass unscharfe Fotos mit abgeschnittenen Exponaten oder verwackelte Handyvideos von der eigenen Arbeit in Zeitungen und im Internet kursieren? Aber als interessierter Leser, wünsche ich mir doch mehr Individualität. Wenn mich die Sichtweise des Museums interessiert, dann lese ich die Pressemitteilung, wenn ich eine Rezension lese, dann will ich eine persönliche Meinung lesen und auf den Bildern sehen, wie diese Person die Ausstellung gesehen hat – auch wenn die Fotos nicht perfekt sind.
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